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GDL-Ortsgruppe Bodensee-Neckar



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Schienenpakt

Schienenpakt

Mehr Fahrgäste und mehr Güter

Rund zwei Jahre lang hat die GDL im „Zukunftsbündnis Schiene" (ZBS) mit Verbänden, Verkehrsunternehmen und der Politik darüber diskutiert, wie mehr Fahrgäste und mehr Güter auf die Schiene gebracht werden können. Am 30. Juni 2020 haben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Vertreter der Bahnwirtschaft und die GDL den „Schienenpakt" in Berlin unterzeichnet. Einer der wichtigsten Punkte ist dabei der Deutschlandtakt — eine langjährige Forderung der GDL. Er soll in den kommenden Jahren schrittweise eingeführt werden und sieht eine halbstündige Taktung von Fernzügen auf den Hauptverbindungen vor — auf der Strecke Hamburg— Berlin schon ab Dezember. Geplant Sind auch bessere Anschlüsse für Reisende. Außerdem soll der Schienengüterverkehr in den Takt miteinbezogen werden.

GDL: konstruktiv/ kritisch begleiten

GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: „Wir Sind Teil des ,Schienenpakts' und haben unsere Ideen eingebracht. Mit dem ,Schienenpakt' haben wir ein ,echtes' Bündnis des gesamten Schienensystems vereinbart." Die GDL begrüßt ausdrücklich, dass mit dem Start des Deutschlandtakts gleich zu Beginn eine der ureigenen GDL-Forderungen umgesetzt wird. „Wir werden die weitere Entwicklung konstruktiv, aber auch durchaus kritisch begleiten. Als richtig Erkanntes muss umgesetzt werden, wo Fehlentwicklungen drohen, mahnen wir Korrekturen an. Klar ist: Im gemeinsamen entschlossenen Handeln liegt das künftige Wohl des Eisenbahnsystems, aller Beschäftigten und damit auch der GDL-Mitglieder", so der GDL-Bundesvorsitzende.

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Der Bundesvorsitzende Claus Weselsky unterzeichnete für die GDL den Schienenpakt zur Stärkung des Bahnsektors.

Zugpersonal wächst nicht auf Bäumen

Der Schienenpakt soll Voraussetzungen schaffen, dass hoch motivierte und qualifizierte Fachkräfte bei guten Arbeitsbedingungen eingestellt und weiter beschäftigt werden können. Weselsky: „Lokomotivführer und Zugbegleiter wachsen nicht auf den Bäumen. Von unseren Kollegen werden in Zukunft deutlich mehr berufiiche Kompetenzen und Qualifikationen verlangt. Genau deshalb legen wir in der Einstiegsqualifikation unserer Kollegen die Messlatte immer nach oben. Hier spielt die Berufsausbildung von Fachkräften für die beruflichen Lebenswege bei der Eisenbahn die Hauptrolle, aber nicht nur die." Die GDL hat deshalb eine deutlich verbesserte Qualifikation von Quereinsteigern gefordert. „Die Branche muss die Qualifikation und Integration von Menschen, die bisher außerhalb des Bahnsystems tätig waren, deutlichverbessern. Sie muss unseren hohen Ansprüchen an die Beruflichkeit des Zugpersonals Rechnung tragen." Nach einem Quereinstieg fordert die GDL eine individuelle Möglichkeit zu einer durch den Arbeitgeber geförderten Nachqualifizierung, beispielsweise zum Eisenbahner im Betriebsdienst. „ln der individuellen Fortbildung derFachkräfte in der berufiichen und akademischen Bildung stecken große Chancen. Hier trifft ,lebenslanges Lernen' auf die heutigen und zukünftigen Erfordernisse des Bahnsystems. Lebenslanges Lernen ist ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel. Hier müssen wir noch dicke Bretter bohren. Verschnaufen können wir erst nach der Zielgeraden. Bis dahin gestalten wir die Zukunft für unsere Mitglieder weiter", so Weselsky.
M.M.

> GDL Magazin VORAUS I Juli/August 2020