GDL

GDL-Ortsgruppe Bodensee-Neckar



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Gründungsversammlung der Lokomotivführer

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In unserer schnelllebigen Zeit richten wir den Blick meist auf die Gegenwart und Zukunft. Oftmals hilft jedoch ein Blick zurück, um die Dinge richtig einzuordnen und zu verstehen. In unserer Serie „Kalenderblatt" widmen wir uns Ereignissen unserer Geschichte, die uns nachhaltig geprägt haben — so informativ wie ein Lexikon, so spannend wie das Leben.
Was geschah vor 155 Jahren



Am 12. November 1866 trafen sich zwölf Lokomotivführer aus ganz Deutschland zur Gründungsversammlung des Vereins Deutscher Lokomotivführer (VDL), des Vorgängers der GDL. Die Versammlung in Ludwigshafen dauerte bis spät in die Nacht hinein, denn die Teilnehmer hatten die Aufgabe, sich auf eine gemeinsame Satzung für den Verein zu einigen. Insbesondere gait es, die verschiedenen Meinungen über die Stellung von Vereins- und Hilfskasse zusammenzuführen.

Gemeinsame Satzung

Schließlich verständigten sich die Teilnehmer der Gründungsversammlung einstimmig auf den von Lokomotivführer Maaß ausgearbeiteten Satzungsentwurf mit einigen Erweiterungen und Änderungen. Zudem bestimmten die Teilnehmer am Ende der Versammlung F. Schirmer aus Kassel zum Vorstand und J. Scotti aus Mainz zum Schriftführer. Außerdem wurde C. Maaß aus Hann. Münden die Kassenführung übertragen und X. Sperl aus Augsburg zum Kontrolleur gewählt.

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Lebensumstände verbessern

Schon in den Jahren zuvor hatten die Lokomotivführer Scotti, Maaß und Schirmer die Idee, sich als Berufsgruppe zu einem Verein zusammenzuschließen, um die Lebensumstände der Lokomotivführer zu verbessern. Denn deren Arbeitsbedingungen und besonders die Altersversorgung waren mangelhaft. Durch die hohe Arbeitsbelastung und die gefährliche Tätigkeit mussten Lokomotivführer ihren Beruf häufig früh aufgeben, sodass sie nicht den vollen 66-prozentigen Pensionssatz erreichten. Hilfe zur Selbsthilfe lautete daher der Leitgedanke der VDL-Gründung: Der Verein sollte finanzielle Unterstützung für pensionierte Lokomotivführer sowie für die Familien verstorbener Lokomotivführer leisten. Darüber hinaus sollten die lnteressen des Standes der Lokomotivführer vertreten werden. Schließlich trugen die Lokomoivführer aufgrund der damals noch weniger ausgereiften Technik große Verantwortung für die Sicherheit der Zugfahrt.

Nach fünf Jahren 3 000 Mitglieder

Geplant war das Gründungstreffen eigentlich schon für Juli 1866. Doch der Termin musste wegen des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich um einige Monate verschoben werden. Die Satzung des Vereins Deutscher Lokomotivführer trat dann am 1. Januar 1867 in Kraft. Damit hatten die Gründer den Nerv der Zeit getroffen. Der Wunsch nach einem Zusammen schluss unter den Lokomotivführer war groß: Bereits nach fünf Jahren 1871 zählte der Verein 3 000 Mitglieder. Der Tag der Versammlung ging als Gründungsdatum des VDL und später der GDL in die Geschichte ein. 1919 wurde der Verein in die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) umgewandelt.

V.R./G.S.